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Liebe/r Reader,
Die vergangene Woche war, um es vorsichtig auszudrücken, im Großen und Kleinen ereignisreich: Von den US-Wahlen zum Scheitern der deutschen Regierungskoalition, einem Vortrag des Schweizer Therapeuten Peter Gasser im INSIGHT Forum - bis hin zu einer erfolgreichen dritten Teilnahme der MIND Foundation an der Berlin Science Week. Hier konnten wir unsere Strategie, wie psychedelische Therapie in die öffentliche Gesundheitsversorgung zu bringen ist, vorstellen - und den Besucher:innen Ergebnisse aus Grundlagenforschung und klinischen Studien präsentieren.
Unsere Teilnahme an der Berlin Science Week ist ein Beispiel dafür, wie eine Brücke zwischen Natur- und Sozialwissenschaften geschlagen werden kann. Während der fünfstündigen Veranstaltung hatten wir wunderbare Gespräche mit Menschen auf allen Stufen ihres Karriere- und Lebenswegs - von Vertretern der pharmazeutischen Industrie bis zu Menschen, die sich für eine Therapie in diesem Bereich interessieren oder darüber forschen.
Unsere Event-Serie INSIGHT Forums ist ein Prozess der Gesundheits- und Wissenschaftskommunikation, der diverse Gruppen zu einer öffentlichen Debatte über psychedelische Therapien einlädt. Wir scheuen uns dabei nicht davor, Kontroversen oder ethische Dilemmata zu benennen.
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Prof.Dr. David Nutt @ INSIGHT Forum, Mittwoch, 20. Nov.
Für unser 14. INSIGHT Forum begrüßen wir den britischen Neuropsychopharmakologen Prof. David Nutt. Er ist mit seiner Arbeitsgruppe am Imperial College London (UK) ein führender psychedelischen Forscher. Vortragstitel: „More or different? Thoughts on the therapeutic mechanisms of psychedelics“.
Sichern Sie sich Ihre Tickets für David Nutts Vortrag hier
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APT-Onlinevortrag und Infoveranstaltung, Dienstag, 26. Nov.
Dr. Max Wolff, der Direktor für Forschung und Weiterbildung der MIND Foundation spricht darüber, welche Kompetenzen psychedelische Therapeut:innen haben und entwickeln sollten, um psychedelische Therapie in sicherer und legal, sicher und eviden-basiert anwenden zu können. Im Anschluss daran wird das Weiterbildungsprogramm Augmentierte Psychotherapie (APT) vorstellen.
Melden Sie sich für den Vortrag und die APT-Infoveranstaltung hier an
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Neue Beyond Experience Termine 2025
Lernen, psychedelische Erfahrungen besser zu verstehen und für das eigene Leben nutzbar zu machen: Unser viertägiger Integrationsworkshop vermittelt bei Weitem nicht nur Wissen – er fördert persönliches Wachstum und erschließt Entwicklungsräume. Wissenschaftlche Theorien über Integration, Übungen und praktische Elemente helfen, Erkenntnisse in das tägliche Leben zu übertragen.
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MIND Members Convention, Freitag, 6. Dez. 2024
Wir laden herzlich zu unserer zweiten Members Convention in Berlin ein. Wir haben unser Mitgliedschaftsprogramm umfassend überarbeitet, um allen ein umfangreicheres und interaktiveres Angebot zu machen. Das neue Konzept werden wir auf der Convention vorstellen.Hier für die Members Convention anmelden
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Wissenschaft: Kann KI die medizinische Diagnosegenauigkeit verbessern? [Stanford HAI] Eine neue Studie an der Stanford University konnte zeigen, dass ChatGPT-4 bei der klinischen Diagnostik eine bemerkenswert hohe Genauigkeit (92%) erreichen kann und damit sowohl die Genauigkeit von Ärzt:innen ohne KI-Unterstützung (74%) als auch die Genauigkeit von Ärzt:innen mit KI-Unterstützung (76%) übertraf. Auch wenn die Zuhilfenahme der KI die Qualität der Diagnostik der Ärzt:innen nicht wesentlich verbesserte, half sie ihnen doch, die Beurteilungen schneller abzuschließen. Dies deutet darauf hin, dass KI-Werkzeuge bei entsprechender Schulung und Integration die medizinische Praxis effizienter machen könnten, während Ärzt:innen weiterhin die Verantwortung für die Behandlung der Patient:innen tragen.
Psychische Gesundheit: "Was wir bei einer übermäßig wissenschaftlichen Herangehensweise an Gesundheitsversorgung verlieren könnten" [Aeon Psyche] Ana Todorović untersucht, inwiefern ein allzu empirischer Ansatz in der Gesundheitsversorgung entscheidende kulturelle und beziehungsbezogene Aspekte der Genesung übersehen könnte – auch wenn er für die Bewertung von Behandlungsergebnissen unverzichtbar ist. Ausgehend von ihren Erfahrungen in verschiedenen Gesundheitssystemen in Europa argumentiert sie, dass das Wohlbefinden grundlegend mit den kulturellen Kontexten und zwischenmenschlichen Beziehungen im Rahmen der Behandlung zusammenhängt – Aspekte, die durch statistische Messungen und standardisierte Ansätze allein nicht vollständig erfasst und durchdrungen werden könnten.
Psychische Gesundheit: ‘Ein Therapeut sollte einen nicht in den Arm nehmen': Leser:innen berichten über schlechte Therapieerfahrungen [The Guardian] Ein aktueller Artikel des Guardian gibt besorgniserregende Berichte von über 100 Leser:innen über schlechte Erfahrungen mit nicht zureichend qualifizierten Therapeut:innen in England wider. Darunter sind Fälle von Überschreitung persönlicher Grenzen, unangemessenen persönlichen Offenbarungen und gefährlichen medizinischen Ratschlägen. Unter diesen Erfahrungen ist auch der Fall eines Therapeuten, der einen schizophrenen Patienten ohne psychiatrische Konsultation zum Absetzen von Medikamenten ermutigte, sowie andere, bei denen unqualifiziert Diagnosen gestellt wurden. Diese Vorfälle haben den Ruf nach einer stärkeren Regulierung des Berufsbildes der Psychotherapeut:innen und Coaches in England verstärkt - um Patient:innen zu schützen.
Politik: Wähler:innen in Massachusetts lehnen Abstimmungsinitiative zur Legalisierung bestimmter psychedelischer Substanzen ab [NPR] Die Wähler:innen im US-amerikanischen Bundesstaat Massachusetts haben eine Initiative abgelehnt, die natürlich wachsende psychedelische Substanzen, ab einem Alter von 21 Jahren legalisiert hätte. Freigegeben werden sollte sowohl der Eigenanbau als auch die Verwendung in lizensierten therapeutischen Zentren. Die Ablehnung des Referendums stellt einen Rückschlag für die amerikanische "psychedelische Legalisierungsbewegung" dar.
Wissenschaft: Wie gestaltet man Kontrollbedingungen für Zulassungsstudien mit Psychedelika? [nature mental health] Maurizio Fava und Luana Colloca untersuchen die Neurobiologie von Placebo- und Erwartungseffekten sowie die methodischen Überlegungen bei der Auswahl geeigneter Kontrollbedingungen in psychedelischen Studien. Dabei werden die Vor- und Nachteile verschiedener Kontrollbedingungen analysiert und neue Ansätze vorgeschlagen, um die Validität und Aussagekraft dieser Studien zu verbessern.
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" Funktionelle Entblindung bleibt die größte Herausforderung bei der Erforschung von Psychedelika im medizinischen Kontext zur Behandlung psychischer Erkrankungen." Funktionelle Entblindung ist der Prozess, bei dem die Teilnehmer einer klinischen Studie unbeabsichtigt erkennen, ob sie die aktive Behandlung oder ein Placebo erhalten, was häufig auf die spürbaren Auswirkungen der Behandlung selbst zurückzuführen ist. Während es eine Zeit lang so aussah, als hätte sich die Fachwelt stillschweigend darauf geeinigt, dass eine Verblindung einfach nicht möglich sei, hat die Food and Drug Administration (FDA) in diesem Jahr wiederholt zu kreativen Lösungsansätzen für das Problem aufgerufen. Als Reaktion darauf veröffentlichten die erfahrenen Placebo-Forscher Luana Colloca und Maurizio Fava den Artikel „What should constitute a control condition in psychedelic drug trials?“ in „Nature Mental Health“. Es überrascht nicht, dass die Schlussfolgerung des Artikels lautet: Es gibt keine ideale Lösung. Besonders interessant sind die Vorschläge, die Rahmenbedingungen am Tag der Verabreichung der Psychedelika zu manipulieren. Verzögerte Einnahmezeiten sowie VR-Headsets, die die durch Psychedelika hervorgerufenen visuellen Veränderungen nachahmen, könnten bei den Teilnehmern zusätzliche Desorientierung stiften und es erschweren, die Placebo- oder die aktive Gruppe zu identifizieren. Es ist jedoch schwer vorstellbar, dass dies auch nur annähernd die Immersion und die noetische Qualität der psychedelischen Erfahrung replizieren könnte.
Es handelt sich bei diesen Qualitäten um Bewusstseinsveränderungen, die nur durch eine vollständige Ausschaltung des Bewusstseins durch Narkose verblindet werden könnten, wie auch im Artikel diskutiert wird. Gleichzeitig erscheint es nicht intuitiv, psychische Erkrankungen, die eine Form von Bewusstseinszustand sind, zu behandeln, ohne ihre Veränderung aktiv wahrzunehmen.
Vielleicht sind es genau die Eigenschaften, die die psychedelische Erfahrung therapeutisch wirksam machen, die auch eine Verblindung erschweren. Es wäre wahrscheinlich sinnvoll, diese Eigenschaften genauer zu untersuchen und zu definieren. "
- Moritz Spangemacher, Arzt, Wissenschaftlicher Mitarbeiter EPIsoDE Studie am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim
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Wir wünschen allen erkenntnisreiche zwei Wochen bis zum nächsten Newsletter
Das MIND Team
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